Lebensschutz

und Wohl der Mütter im Blick

40. Jubiläum der Caritas-Schwangerenberatung im

Evangelischen Gemeindehaus Bad Neuenahr

19.11.2018 | Am 1. April 1978 gegründet, blickt die Schwangerenberatung des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr e.V. in Ahrweiler auf eine vierzigjährige Geschichte zurück. Sie hilft Schwangeren und Familien in einer zumeist angespannten Situation. Dort kann über Dinge gesprochen werden, die man sonst niemandem anvertrauen würde. Fotos der Diashow: Christiane Böttcher und Klaus Geck „In unserer schnelllebigen Zeit ist es eine Sensation, dass die Schwangerenberatung seit 40 Jahren besteht“, so Caritas-Geschäftsführer Richard Stahl. Aufgrund dieser Schnelllebigkeit könnten Projekte vorausschauend lediglich über einem Zeitraum von drei Jahren geplant werden. Als Weggefährten, die diese Arbeit unterstützen, begrüßte Richard Stahl herzlich Vertreter von Kreisverwaltung, Jobcenter, Kirche, sozialen Einrichtungen, Schulen, Rotary und Lions im Evangelischen Gemeindehaus Bad Neuenahr. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle hätten es geschafft, „bei jungen Menschen auf Vertrauen zu stoßen, was vielen Menschen nicht mehr gelingt“, betonte der Caritas-Geschäftsführer. Ein Einschnitt in dieser bewegten Geschichte war der Ausstieg der Katholischen Kirche aus der Konfliktberatung im Jahr 2001. Richard Stahl: „Die Beratungen sind auch nach dem Ausstieg aus der Konfliktberatung bedeutsam geblieben. Es gab keinen Einbruch der Beratungen, im Gegenteil.“ Und er nannte zusätzliche Projekte wie das Elternpraktikum „Baby- bedenkzeit“, „Familienhebammen“, „Müttercafé“ oder „Reine Mädchensache“ für Mädchen von 11 bis 13 Jahren in Zusammenarbeit mit der FBS. Herausragend auch die Kooperation mit Schulen bei sexualpädagogischen Präventionsangeboten. Ein Vorteil der Schwangerenberatung ist der niederschwellige Zugang zu weiteren Caritasdiensten sowie zu anderen Institutionen. Auch gelte es zum Thema Sozialraumorientierung „Arrangements zu schaffen, die es Menschen ermöglichen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.“ Richard Stahl dankte den ehemaligen Mitarbeiterinnen sowie dem heutigen Team mit der Fachbereichsleitung Christiane Böttcher, Ursula Müller-Lüscher, Ursula Schmitten, Rita Stürmer und Marianne Theis-Prodöhl, die diesen „Weg der Schwangerenberatung über weite Strecken“ mitgegangen sind. „Sie können stolz auf ihre Arbeit sein!“ Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch, der die besten Wünsche von Landrat Dr..Jürgen Pföhler überbrachte, unterstrich die Notwendigkeit der Caritas- Schwangerenberatung, die der Kreis jährlich mit 55.000 Euro unterstützt. Die Beratungsstelle hilft dort, wo Frauen auch in finanzielle Not geraten sind, „eine wichtige Aufgabe Schwangere zu begleiten und Leben zu erhalten“, so Friedhelm Münch. Caritas-Mitarbeiterin und Moderatorin Mechthild Haase leitete über zum Musical- chor der Realschule Calvarienberg die mit ihren Liedbeiträgen wie „Take my life“ das Jubiläum zu einer erfrischenden Veranstaltung machten. Für Rektor und Chorleiter Gerald Charlier die Gelegenheit, als Dank „für die Projektwochen der Caritas etwas zurückzugeben“. Im Anschluss schilderten Ursula Müller-Lüscher und Marianne Theis-Prodöhl anhand einer Zeitleiste, die wie eine Wäscheleine für Babysachen ausgespannt war, die Entwicklung der Schwangerenberatung von den Anfängen bis heute und benannten zahlreiche Änderungen in kirchlichen, gesellschaftlichen und gesetz- lichen Bereichen, etwa eine Zunahme an Beratungen seit 2015, die aber nicht ausschließlich auf die Migrationswelle zurückzuführen sei. „Wenn ich nochmals alleinerziehend würde, dann hier in Ahrweiler, wo ich Zugang zur Schwangerenberatungsstelle der Caritas habe“, meinte die aus Neckargmünd angereiste Fachreferentin Henriette Katzenstein mit Blick auf die gute Vorbereitung der Feier mit den Caritas-Mitarbeiterinnen. Ihr Thema lautete „allein erziehend – allein gelassen!?“, wobei sie statt von „Alleinerziehenden“ lieber von „Ein-Eltern- Familien“ spricht, da so neben dem Elternteil auch das Kind in den Blick gerate. Henriette Katzenstein: „Eine Million Kinder in Ein-Eltern-Familien sind von Armut betroffen.“ Und sie beschrieb den Negativtrend wenn eine alleinerziehende, beruflich unflexible Mutter bei nicht bezahlten Strom- und Wasserrechnungen in die Schuldenfalle tappt. Leidtragende sind die Kinder. „Menschen in prekären Lebenssituationen fehlen oft die Ressourcen für ein erfolgsversprechendes Vorgehen besonders gegenüber Behörden.“ Dabei sind Erfahrungen mit Jobcenter und Jugendamt durchaus unterschiedlich. Häufig hört man auch „Die von der Schwangerenberatungsstelle haben mir sehr geholfen.“ Als eine große Chance nannte Henriette Katzenstein niederschwellige, nicht pädagogische Angebote, etwa „Haushaltshilfen“. Notwendig sei eine Vernetzung mit den Kommunen, wo „wichtige Rahmenbedingungen für Familien gestaltet und über Angebote für Kinder und Jugendliche entschieden wird.“ Es ist also weiterhin viel zu tun und der Blick der Caritas-Schwangerenberatung in Ahrweiler geht in die Zukunft. Also dann, auf die nächsten 40 Jahre!
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und Wohl der Mütter im Blick

40. Jubiläum der Caritas-

Schwangerenberatung im

Evangelischen Gemeindehaus

Bad Neuenahr

19.11.2018 | Am 1. April 1978 gegründet, blickt die Schwangerenberatung des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr e.V. in Ahrweiler auf eine vierzigjährige Geschichte zurück. Sie hilft Schwangeren und Familien in einer zumeist angespannten Situation. Dort kann über Dinge gesprochen werden, die man sonst niemandem anvertrauen würde. Fotos der Diashow: Christiane Böttcher und Klaus Geck „In unserer schnelllebigen Zeit ist es eine Sensation, dass die Schwangerenberatung seit 40 Jahren besteht“, so Caritas- Geschäftsführer Richard Stahl. Aufgrund dieser Schnelllebigkeit könnten Projekte vorausschauend lediglich über einem Zeitraum von drei Jahren geplant werden. Als Weggefährten, die diese Arbeit unterstützen, begrüßte Richard Stahl herzlich Vertreter von Kreisverwaltung, Jobcenter, Kirche, sozialen Einrichtungen, Schulen, Rotary und Lions im Evangelischen Gemeindehaus Bad Neuenahr. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle hätten es geschafft, „bei jungen Menschen auf Vertrauen zu stoßen, was vielen Menschen nicht mehr gelingt“, betonte der Caritas-Geschäftsführer. Ein Einschnitt in dieser bewegten Geschichte war der Ausstieg der Katholischen Kirche aus der Konfliktberatung im Jahr 2001. Richard Stahl: „Die Beratungen sind auch nach dem Aus- stieg aus der Konfliktberatung bedeutsam geblieben. Es gab keinen Einbruch der Beratungen, im Gegenteil.“ Und er nannte zusätzliche Projekte wie das Elternpraktikum „Babybedenkzeit“, „Familienhebammen“, „Müttercafé“ oder „Reine Mädchensache“ für Mädchen von 11 bis 13 Jahren in Zusammen- arbeit mit der FBS. Herausragend auch die Kooperation mit Schulen bei sexual- pädagogischen Präventionsangeboten. Ein Vorteil der Schwangerenberatung ist der niederschwellige Zugang zu weiteren Caritasdiensten sowie zu anderen Institutionen. Auch gelte es zum Thema Sozialraumorientierung „Arrangements zu schaffen, die es Menschen ermöglichen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.“ Richard Stahl dankte den ehemaligen Mitarbeiterinnen sowie dem heutigen Team mit der Fachbereichsleitung Christiane Böttcher, Ursula Müller-Lüscher, Ursula Schmitten, Rita Stürmer und Marianne Theis- Prodöhl, die diesen „Weg der Schwangeren- beratung über weite Strecken“ mitgegangen sind. „Sie können stolz auf ihre Arbeit sein!“ Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch, der die besten Wünsche von Landrat Dr..Jürgen Pföhler überbrachte, unterstrich die Notwendigkeit der Caritas-Schwangeren- beratung, die der Kreis jährlich mit 55.000 Euro unterstützt. Die Beratungsstelle hilft dort, wo Frauen auch in finanzielle Not geraten sind, „eine wichtige Aufgabe Schwangere zu begleiten und Leben zu erhalten“, so Friedhelm Münch. Caritas-Mitarbeiterin und Moderatorin Mechthild Haase leitete über zum Musical- chor der Realschule Calvarienberg die mit ihren Liedbeiträgen wie „Take my life“ das Jubiläum zu einer erfrischenden Veranstaltung machten. Für Rektor und Chorleiter Gerald Charlier die Gelegenheit, als Dank „für die Projektwochen der Caritas etwas zurückzugeben“. Im Anschluss schilderten Ursula Müller- Lüscher und Marianne Theis-Prodöhl anhand einer Zeitleiste, die wie eine Wäscheleine für Babysachen ausgespannt war, die Entwicklung der Schwangerenberatung von den Anfängen bis heute und benannten zahlreiche Änderungen in kirchlichen, gesellschaftlichen und gesetzlichen Bereichen, etwa eine Zunahme an Beratungen seit 2015, die aber nicht ausschließlich auf die Migrationswelle zurückzuführen sei. „Wenn ich nochmals alleinerziehend würde, dann hier in Ahrweiler, wo ich Zugang zur Schwangerenberatungsstelle der Caritas habe“, meinte die aus Neckargmünd angereiste Fachreferentin Henriette Katzenstein mit Blick auf die gute Vorbereitung der Feier mit den Caritas- Mitarbeiterinnen. Ihr Thema lautete „allein erziehend – allein gelassen!?“, wobei sie statt von „Alleinerziehenden“ lieber von „Ein- Eltern-Familien“ spricht, da so neben dem Elternteil auch das Kind in den Blick gerate. Henriette Katzenstein: „Eine Million Kinder in Ein-Eltern-Familien sind von Armut betroffen.“ Und sie beschrieb den Negativtrend wenn eine alleinerziehende, beruflich unflexible Mutter bei nicht bezahlten Strom- und Wasserrechnungen in die Schuldenfalle tappt. Leidtragende sind die Kinder. „Menschen in prekären Lebenssituationen fehlen oft die Ressourcen für ein erfolgsversprechendes Vorgehen besonders gegenüber Behörden.“ Dabei sind Erfahrungen mit Jobcenter und Jugendamt durchaus unterschiedlich. Häufig hört man auch „Die von der Schwangerenberatungs- stelle haben mir sehr geholfen.“ Als eine große Chance nannte Henriette Katzenstein niederschwellige, nicht pädagogische Angebote, etwa „Haushaltshilfen“. Notwendig sei eine Vernetzung mit den Kommunen, wo „wichtige Rahmen- bedingungen für Familien gestaltet und über Angebote für Kinder und Jugendliche entschieden wird.“ Es ist also weiterhin viel zu tun und der Blick der Caritas-Schwangerenberatung in Ahrweiler geht in die Zukunft. Also dann, auf die nächsten 40 Jahre!
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