Suchtberatung wichtiger denn je!

Corona legt den Finger in die Wunde

31.10.2020 | Laut einer aktuellen Studie zum Konsumverhalten wurden während der Corona-Pandemie bzw. des Lockdowns größere Mengen und auch früher am Tag Alkohol getrunken. Bei den illegalen Drogen verändern sich riskante Konsum- muster. Alkohol- und Drogenkonsum ist auch ein Seismograph für die Bewältigung persönlicher Krisen: Hier braucht es die Suchtberatung als Institution für zwischen- menschliche Rettungsschirme. Suchtberatungsstellen beraten, behandeln und begleiten, unterstützen und stabilisieren Abhängigkeitskranke und ihre Angehörigen in Krisen sowie in dauerhaft herausfordernden Lebenssituationen. 1.300 Suchtberatungsstellen erreichen bundesweit mehr als eine halbe Million Abhängigkeitserkrankte und ihre Angehörigen: Der Großteil der Beratungsprozesse wird mit einer positiven Prognose beendet. Die Suchtberatungsstellen leisten in einer gut ausgebauten kommunalen Suchthilfe eine unverzichtbare Hilfe: Sie retten Leben und helfen Gewaltspiralen in Familien und im öffentlichen Raum zu durchbrechen. Zudem werden durch die Suchtberatung direkt überaus hohe volkswirtschaftliche Kosten eingespart.

Suchtberatung finanziell mit dem Rücken an der Wand

Die Suchtberatungsstellen vor Ort sind in der Regel finanziell und folglich personell sowie technisch schlecht ausgestattet. Die ohnehin prekäre Finanzierung ist pandemiebedingt zusätzlich verschärft. Viele Suchtberatungsstellen stehen mit dem Rücken an der Wand, denn es muss immer mehr Arbeit für immer weniger Geld geleistet werden: Personalkosten steigen, die Anforderungen an Qualität nehmen zu und die Hilfeangebote müssen flexibler und individueller gestaltet werden. 50 und mehr Prozent müssen häufig aus Eigenmitteln finanziert werden, dies gefährdet die Zukunft der Suchtberatung. Auch die erforderliche Digitalisierung benötigt Ressourcen. Sie kann die Beratung ergänzen, den persönlichen Kontakt aber nicht ersetzen.

Betroffene Menschen brauchen Unterstützung

Die Systemrelevanz der Suchthilfe und der Sucht-Selbsthilfe wurde in der Krise bestätigt. Nun muss sichergestellt werden, dass auch in der Zeit nach Corona ein institutionelles Unterstützungsangebot verlässlich zur Verfügung steht. Um das Potential der Suchtberatung für suchtgefährdete und abhängigkeitskranke Menschen sowie deren Angehörige zu nutzen und so auch die Brücke in weiter- führende Hilfen zu erhalten, muss die Finanzierung stabil, kostendeckend und verlässlich erfolgen.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) fordert:

1. Die finanzielle Entlastung der Kommunen durch das Konjunkturpaket soll zur Stärkung der sozialen Daseinsvorsorge genutzt und die Suchtberatung zur kommunalen Pflichtleistung werden. 2. Die Finanzierung der Suchtberatung soll überwiegend pauschal erfolgen und muss jährlich dynamisiert werden, damit Tarifbindungen, Lohnsteigerungen und Inflationsraten berücksichtigt werden können. 3. Erwirtschaftete Eigenmittel und Spenden abseits der ambulanten sucht- spezifischen Grundversorgung dürfen nicht mit deren Finanzierung verrechnet werden. 4. Weiterhin gilt unter Corona-Bedingungen: Menschen mit Suchtproblemen müssen auch unter Infektionsschutzbedingungen bedarfsgerecht beraten und begleitet werden. Dazu gehört eine Suchtberatung, die technisch ausreichend ausgestattet ist und in Krisenzeiten, wie der aktuellen Corona-Pandemie, Menschen auch auf digitalem Weg erreichen kann. Damit die Suchtberatungsstellen für suchtgefährdete und/oder abhängigkeits- kranke Menschen sowie deren Angehörige weiterhin die zentrale und hilfreiche Anlaufstelle in den Kommunen und Bundesländern bleiben und helfen kann, Verelendungen und Gewaltspiralen in Familien zu verhindern, sowie einen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit zu leisten, ist es JETZT erforderlich, eine verlässliche Finanzierung zu garantieren!

Suchtberatung wichtiger denn

je!

Corona legt den Finger in die

Wunde

31.10.2020 | Laut einer aktuellen Studie zum Konsumverhalten wurden während der Corona-Pandemie bzw. des Lockdowns größere Mengen und auch früher am Tag Alkohol getrunken. Bei den illegalen Drogen verändern sich riskante Konsummuster. Alkohol- und Drogenkonsum ist auch ein Seismograph für die Bewältigung persönlicher Krisen: Hier braucht es die Suchtberatung als Institution für zwischen- menschliche Rettungsschirme. Suchtberatungsstellen beraten, behandeln und begleiten, unterstützen und stabilisieren Abhängigkeitskranke und ihre Angehörigen in Krisen sowie in dauerhaft herausfordernden Lebenssituationen. 1.300 Suchtberatungsstellen erreichen bundesweit mehr als eine halbe Million Abhängigkeitserkrankte und ihre Angehörigen: Der Großteil der Beratungsprozesse wird mit einer positiven Prognose beendet. Die Suchtberatungsstellen leisten in einer gut ausgebauten kommunalen Suchthilfe eine unverzichtbare Hilfe: Sie retten Leben und helfen Gewaltspiralen in Familien und im öffentlichen Raum zu durchbrechen. Zudem werden durch die Suchtberatung direkt überaus hohe volkswirtschaftliche Kosten eingespart.

Suchtberatung finanziell mit

dem Rücken an der Wand

Die Suchtberatungsstellen vor Ort sind in der Regel finanziell und folglich personell sowie technisch schlecht ausgestattet. Die ohnehin prekäre Finanzierung ist pandemiebedingt zusätzlich verschärft. Viele Suchtberatungsstellen stehen mit dem Rücken an der Wand, denn es muss immer mehr Arbeit für immer weniger Geld geleistet werden: Personalkosten steigen, die Anforderungen an Qualität nehmen zu und die Hilfeangebote müssen flexibler und individueller gestaltet werden. 50 und mehr Prozent müssen häufig aus Eigenmitteln finanziert werden, dies gefährdet die Zukunft der Suchtberatung. Auch die erforderliche Digitalisierung benötigt Ressourcen. Sie kann die Beratung ergänzen, den persönlichen Kontakt aber nicht ersetzen.

Betroffene Menschen brauchen

Unterstützung

Die Systemrelevanz der Suchthilfe und der Sucht-Selbsthilfe wurde in der Krise bestätigt. Nun muss sichergestellt werden, dass auch in der Zeit nach Corona ein institutionelles Unterstützungsangebot verlässlich zur Verfügung steht. Um das Potential der Suchtberatung für sucht- gefährdete und abhängigkeitskranke Menschen sowie deren Angehörige zu nutzen und so auch die Brücke in weiter- führende Hilfen zu erhalten, muss die Finanzierung stabil, kostendeckend und verlässlich erfolgen.

Deutsche Hauptstelle für

Suchtfragen (DHS) fordert:

1. Die finanzielle Entlastung der Kommunen durch das Konjunkturpaket soll zur Stärkung der sozialen Daseinsvorsorge genutzt und die Suchtberatung zur kommunalen Pflicht- leistung werden. 2. Die Finanzierung der Suchtberatung soll überwiegend pauschal erfolgen und muss jährlich dynamisiert werden, damit Tarif- bindungen, Lohnsteigerungen und Inflationsraten berücksichtigt werden können. 3. Erwirtschaftete Eigenmittel und Spenden abseits der ambulanten suchtspezifischen Grundversorgung dürfen nicht mit deren Finanzierung verrechnet werden. 4. Weiterhin gilt unter Corona-Bedingungen: Menschen mit Suchtproblemen müssen auch unter Infektionsschutzbedingungen bedarfs- gerecht beraten und begleitet werden. Dazu gehört eine Suchtberatung, die technisch ausreichend ausgestattet ist und in Krisen- zeiten, wie der aktuellen Corona-Pandemie, Menschen auch auf digitalem Weg erreichen kann. Damit die Suchtberatungsstellen für sucht- gefährdete und/oder abhängigkeitskranke Menschen sowie deren Angehörige weiterhin die zentrale und hilfreiche Anlaufstelle in den Kommunen und Bundesländern bleiben und helfen kann, Verelendungen und Gewalt- spiralen in Familien zu verhindern, sowie einen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit zu leisten, ist es JETZT erforderlich, eine verläss- liche Finanzierung zu garantieren!